Äthiopien hat mich verändert – Projekt 360: Um die Welt, zu Dir selbst

Armut. Schmutz. Kinder, die schwere Kanister durch weite Ebenen schleppen. Hitze. Müll. Ungeziefer.

 

Äthiopien hat mich verändert!

In diesem Round Up geht es um die Länder, die uns verändert haben. Äthiopien hat mich verändert. Obwohl ich schon vorher viel Armut gesehen habe. In Uganda. In Kenia. In Marokko. Doch Äthiopien war anders. Meine extremste Erfahrung war sicherlich in Lalibela, der zweitheiligsten Stadt des ganzen Landes. Während die äthiopischen Christen hierher pilgern, gibt es inzwischen auch ein paar Touristen, die sich nach Lalibela verirren. Zu diesem Zwecke gibt es in Lalibela ein paar kleine Hotels. Nach europäischem Standard bekämen diese Hotels vielleicht einen Stern, doch im direkten Vergleich zu der Stadt drumherum wirken die Hotels geradezu lächerlich luxuriös.

Eine Frau trägt Holz zum Markt
Bei den Blue Nile Falls

Während ich das Zimmer bezog und aus dem Fenster schaute, merkte ich, dass jemand zurück blickte. Ein kleines Mädchen saß in einer Lehmhütte, dem Hotel genau gegenüber. Sie war etwa 3 oder 4 Jahre alt. Oder doch schon 6? Bei unterernährten Kindern kann man sich so schnell verschätzen. Sie trug ein viel zu großes, schmutziges Kleidchen. Die ganze Hütte war etwa so groß, wie das Badezimmer in unserem Hotel. Das Mädchen wohnte dort mindestens mit ihren Eltern, wahrscheinlich noch mit mehreren Geschwistern. Sie schaute ganz entspannt zu uns rüber und grinste.

Am Straßenrand

Projekt 360: Um die Welt, zu Dir selbst

Ihre Mutter leerte die Latrine des Hauses im Vorgarten aus. Dort standen 3 Hühner und 1 Ziege beisammen. Überall lag Müll. Und das kleine Mädchen lachte mich an. Äthiopien hat mich verändert. Noch am selben Tag betraten wir die Stadt Lalibela, die für die Äthiopier so heilig ist. Dort angekommen, ging es mir körperlich nicht besonders gut. Als ich mich für eine kurze Pause auf einen Stein setzte, kam ein anderes kleines Mädchen zu mir. Sie schenkte mir, während sie mich auf fließendem Englisch fragte, wie es mir geht, ein kleines, selbstgeschnitztes Kreuz aus Holz. Geld wollte sie auf keinen Fall haben. Nur schnell besser sollte es mir gehen. Und niemals sollte ich sie vergessen, hat sie gesagt.

In Nord-Äthiopien
Künstler bei Lalibela

Äthiopien hat mich verändert. Ich bin dankbarer geworden. So unendlich dankbar. Reisen ist nicht nur ein Zeitvertreib, ein nettes Hobby oder eine Einkommensquelle für Reiseblogger. Es ist so mir so wichtig geworden, auf Reisen etwas zurückzugeben. Zu Reisen, um Gutes zu tun. Oder um seinen eigenen Horizont zu erweitern. Ich bin froh, dass wir uns im April für Äthiopien entschieden haben. Japan wäre die andere Option gewesen und das Land reizt mich weiterhin wahnsinnig. Aber Äthiopien hat mich verändert. Und ich bin dankbar dafür, dass ich mich durch Reisen verändern lassen darf.

Addis Abeba
Auf dem Markt

 

Mit diesem Beitrag nehme ich an dem Projekt von 7 Kontinente teil.

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6 thoughts on “Äthiopien hat mich verändert – Projekt 360: Um die Welt, zu Dir selbst

  1. Esther, was für ein schöner Beitrag. Da bekommt man Gänsehaut beim durchlesen. Afrika möchte ich unbedingt auch mal besuchen. Ich glaube, dass es mein Weltbild noch ein Stückchen mehr verändern würde. Vielen Dank, dass du beim „Projekt 360“ mitgemacht hast. Bin auf deine bevorstehenden Reisen sehr gespannt!

    1. Danke Igor!
      Afrika ist wirklich ein tolles Land! Und so vielseitig!
      Ich freue mich schon auf die anderen Beiträge 🙂
      LG Esther

  2. Liebe Esther,
    total berührend, diese Worte und die Fotos! Ich kanns mir so richtig vorstellen, wie solch eine Reise einen fürs Leben prägt. Das sind die wertvollsten Erfahrungen beim Reisen!
    Alles Liebe,
    Mira

    1. Hallo Mira,
      danke, für Deinen Kommentar 🙂 Mich berührt die Reise auch im Nachhinein noch… und das finde ich super wichtig!
      Liebe Grüße
      Esther

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