10 Tage Thailand – Fernweh und pure Vorfreude auf meine große Reise

Gastbeitrag von Richard.

Thailand, das beliebteste Ziel von Backpackern aus aller Welt, hat mich in kürzester Zeit begeistert. Sobald man kurz die ausgetretenen Pfade der Pauschaltouristen verlässt, erwartet einen eine feurige Küche, verlassene Natur-Trails und menschenleere Strände kleiner Inseln. Und wer weiß, wenn man leise genug ist, überrascht einen vielleicht sogar ein Elefant im Khao Sok National Park… Thailand besitzt eine reiche Kultur und eine vielfältige Kultur, die jedes Reiseherz höher schlagen lässt!

Die Anreise

Meine Reise durch Thailand fand im Anschluss an Japan statt, daher bin ich von Tokio aus mit AirAsia über Kuala Lumpur nach Phuket geflogen. Da es ein Nachtflug war und die Zeitverschiebung von Japan nach Thailand nicht sehr groß ist (-2 Stunden), war die Anreise relativ entspannt.

Die Route

  • Phuket
  • Khao Sok National Park
  • Kho Pha Ngan Island
  • Surat Thani
  • Ayutthaya
  • Bangkok
Bootsfahrt über den Ratchaprapha See
Boot fahren

Phuket – Touristisch und überteuert

Die Insel Phuket hat mich bei meiner Ankunft sehr enttäuscht, da man auf Phuket auf einem kleinen Platz alles findet, was man nicht finden möchte (Pauschaltouristen, überteuerte Restaurants, Sextourismus). Leider wird Phuket von Pauschaltourismus der übelsten Sorte überschwemmt, sodass die traumhaften Südseestrände von dort nur noch in der Vergangenheit existieren. Daher hat es mich auch nach einem kurzen Aufenthalt direkt weitergezogen.

Blick aus der Pra Kay Petch Cave
Die Höhle

Khao Sok National Park – Ein Naturparadies

Der Khao Sok National Park liegt eine 4-5 stündige Busfahrt nördlich der Insel Phuket auf dem Festland und ist mit öffentlichen Bussen für 180 Baht gut zu erreichen. Die Unterkünfte vor Ort sind zumeist der klassische Mix von Backpacker Hostels bis höherwertigen Hotels. Ich habe im Khao Sok Park eine 2-tägige Tour durch den Dschungel gemacht, was ein absolutes Highlight der Reise war. Erste Regel und wichtigste Regel im Dschungel: Erst anschauen, dann anfassen. Man weiß nie, was auf der Rückseite eines Astes oder Baumes sitzt. Meine 10 köpfige Gruppe wurde per Boot in einer 1-stündigen Fahrt über den See zu unserer Unterkunft gebracht.

Die Unterkünfte waren Bambushütten, die auf Stegen im See standen, alles sehr einfach, aber für so eine Tour genau das Richtige! Von da aus ging es nach einer kurzen Pause in den Dschungel, wo wir eine Stunde bis zu dem Nam Thalu Cave gewandert sind. Vor dem Höhleneingang haben wir dann die gesamte Elektronik abgelegt und sind nur in Badezeug durch die Höhle gelaufen, da man streckenweise auch durch die Höhle schwimmen musste. Für allzu schwache Nerven ist diese Tour nicht zu empfehlen, gleichwohl war es für mich ein absolutes Highlight!

Typisch Thailand
Auf dem See

Kho Pha Ngan Island – Eine Insel mit leeren Stränden

Die Insel Kho Pha Ngan liegt an der Ostküste von Thailand zwischen Ko Samui und Ko Tao. Mit der Fähre braucht man je nach Fährlinie zwischen 1 1/2 und 3 Stunden bis zur Insel, wobei der erste Halt in Ko Samui gemacht wird. Will man weiter nach Ko Tao, dann muss man in Kho Pha Ngan die Fähre wechseln. Die Insel selber ist außerhalb der Fullmoon Party sehr schön, da sich nicht viele Touristen hier hin verirren und man dementsprechend leicht Strände findet, wo man entspannen und relaxen kann. Um sich auf der Insel problemlos fortzubewegen, ist ein Motorroller unerlässlich, da es ansonsten keinen öffentlichen Verkehr gibt. Motorroller kann man aber an den meisten Unterkünften für nicht mehr als 250 Baht (6,50€) am Tag mieten und Benzin gibt es in ausrangierten Wiskeyflaschen an jeder Strassenecke zu kaufen. Der schönste Strand war für mich im Norden der Mae Haad Beach.

Von Thongsala aus braucht man mit dem Motorroller ungefähr eine 3/4 Stunde und das letzte Stück geht nur über eine unbefestigte Sandpiste. Der Strand selber ist nur zu erreichen, indem man durch die davor liegenden Resorts durchgeht, aber grade deswegen werden viele Besucher abgeschreckt, obwohl der Strand öffentlich und frei zugänglich ist. Das Inselinnere ist von fast unberührtem Urwald bedeckt, der sich am besten auf dem Natur Trail des Phaeng Waterfalls erkunden lässt. Der Phaeng Waterfall selber ist nur in der Regenzeit zu sehen. Der Natur-Trail führt auf einem Pfad, der teilweise nicht als solcher zu erkennen ist, am Wasserfall entlang über unwegsames Gelände den Berg hinauf. Gutes Schuhwerk (mindestens Sneaker oder Sportschuhe) sollte man hier haben, keine Flipflops. Ich bin den Trail morgens um 8 Uhr gelaufen, da dann die wenigstens Menschen dort sind und man den Pfad, den Wald und die gesamte Umgebung perfekt wahrnehmen kann.

Im Dschungel
Wandern in Thailand

Surat Thani – Mehr als nur eine Durchgangsstadt

Für viele ist Surat Thani nur eine Etappe in Richtung Norden oder Süden, je nachdem, wo man her kommt. Aber dann lässt man sich den vielleicht besten Street Food Market entgehen, den ich in Asien bisher gesehen habe. Ab abends bekommt man an den Ständen alles, was das kulinarische Herz begehrt. Von klassischem Sea-Food in allen Variationen bis zu jeglichem Curry gibt es dort alles. Besonders auffällig für Europäer sind die eher unbekannten Speisen wie zum Beispiel Oktopus am Spieß, Pfeilschwanzkrebse oder auch Heuschrecke, Seidenwürmer und Große Wasserkäfer.

Wenn man mutig genug ist, sollte man sich diese Gelegenheit nicht entgehen, möglichst viel zu probieren. Solange die Speisen gekocht, gebraten oder frittiert sind, kann in der Regel nicht viel passieren. Aber ebenso bekommt man dort zu unfassbar günstigen Preisen an den Obstständen leckere Smoothies in allen möglichen Variationen und Geschmacksrichtungen. Wir haben auf dem Markt den gesamten Abend verbracht und uns durch vieles durchprobiert – einschließlich der Krabbeltiere.

Ansicht des Strandes im Süden von Kho Pha Ngan
Wunderschönes Thailand

Ayutthaya – Nach dem Vorbild von Angkor Wat erbaut

Von Surat Thani aus bin ich nach Bangkok geflogen und habe dort den Zug nach Ayutthaya genommen. Ayutthaya ist eine wichtige Station, um das historische Thailand kennenzulernen. Auf der Insel befinden sich eine ganze Reihe von eindrucksvollen Ruinen aus der Zeit, als Ayutthaya noch die Hauptstadt des damaligen siamesischen Königreichs war. Am besten mietet man sich für 50 Baht bei der Unterkunft ein Fahrrad, da dies die bequemste Weise ist, um den großen Geschichtspark zu erkunden. Besonders eindrucksvoll ist die Anlage Wat Mahathat, in der man auch den bekannten Buddhakopf sehen kann, der von Baumwurzeln umschlossen wird. Der Wat Phra Si Sanphet gehört mit zu den schönsten Tempelanlagen in Ayutthaya, was an den drei gut erhaltenen Chedis liegt, die auch ein Wahrzeichen Ayutthayas sind.

In der direkten Nähe zu dem Wat (thailändisch für Tempel) liegt der Wihan Phra Mongkhon Bophit, ein aktiver Tempel, der besonders sehenswert aufgrund der 17 Meter hohen goldenen Buddhastatue im Inneren ist. Eine besondere Eleganz zeigt der Wat Phra Ram, da er einen einzelnen schlanken Prang im Zentrum einer quadratischen Tempelanlage besitzt. Da dieser Wat etwas abseits im Osten des Parks liegt, ist er weniger besucht und eignet sich daher hervorragend, um die Atmosphäre dieser Anlagen wahrzunehmen. Als letztes gilt es den Wat Ratchaburana gesehen zu haben, da dieser einige hervorragend erhaltenen Verzierungen am Prang besitzt. Wer keine Angst vor extrem steilen Treppen hat, kann hier in eine Krypta hinab steigen. Die Krypta besteht aus einem einzelnen kleinen Raum, der komplett ausgemalt ist und unzählige Buddhabildnisse zeigt. Hin und wieder verirrt sich auch eine Fledermaus hier hin…

Der Buddhakopf im Wat Mahathat
Prang des Wat Mahathat

Bangkok – Viel zu groß für einen Tag

Da ich nur einen Abend in Bangkok hatte, war es unmöglich, die Stadt kennen zu lernen. Aber ein paar Eindrücke hat sie trotzdem hinterlassen. Das Verkehrsnetz von Bangkok ist extrem gut ausgebaut, was mich fast an die japanischen Verhältnisse erinnert hat. Ebenso hat jedes Viertel seinen ganz eigenen Charakter, den man sofort wahrnimmt, wenn man dort ist. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man versuchen, ein Hostel mit Rooftopbar zu finden, denn die Sicht abends auf die Skyline der Stadt darf man sich nicht entgehen lassen.

Der Buddhistischer Tempel Wat Traimit in Bangkok
Wat Tham Bucha

Hygiene in Thailand

Wenn man als Backpacker in Thailand unterwegs ist und günstige Unterkünfte sucht, muss man seine Hygiene-Ansprüche aus Europa stark zurückfahren. Kleine Eidechsen in den Badezimmern oder Schlafzimmern sind völlig normal. In Hostels werden die Badezimmer häufig von bis zu 10 Personen geteilt, Flipflops beim Duschen sind da Pflicht. Ebenso sollte man immer eine Rolle Toilettenpapier dabei haben. Obwohl die meisten Unterkünfte sich auf Europäer eingestellt haben, kann es immer wieder, besonders in Restaurants, vorkommen, dass man in der Toilette nur auf die in Asien übliche Handdusche trifft.

Währung und Sprache in Thailand

Die Währung in Thailand ist der Thailändische Baht (THB), wobei es im Gegensatz zu Deutschland keine weitere Unterteilung gibt wie Euro und Cent. Das Preisniveau in Thailand ist sehr niedrig, man kann für einen Backpacker-Urlaub ungefähr 20€ pro Tag einkalkulieren (Unterkunft, reichhaltige Verpflegung und Fortbewegung). Wenn man viele Touren machen will und sich lieber in klimatisierten Minivans fortbewegt, geht der Tagessatz eher Richtung 30-40€. In allen touristischen Gegenden und in allen Unterkünften ist Englisch soweit vorhanden, dass es alle Bedürfnisse und Fragen abdeckt, auch wenn manchmal die Kenntnisse sehr rudimentär sind. Auf dem Land kann es dagegen sehr schnell vorkommen, dass absolut niemand mehr Englisch spricht.

Thailändisch lernen

  • Danke (thai. geschrieben: ขอบคุณครับ /gesprochen: kòbkûn kráb)
  • Bitte (thai. geschrieben: ไม่เ็็้่ป็นไรครับ /gesprochen: mái bên rái kráb)
  • Entschuldigung (thai. geschrieben: ขอโ่ทษ… ครับ /gesprochen: kǒ tód… kráb)
  • Hallo (thai. geschrieben: สวัสดีครับ /gesprochen: sàwàddee kráb)
  • Tschüss (thai. geschrieben: ไปแล้วนะครับ /gesprochen: bái láew ná kráb)
  • Nein (thai. geschrieben: ไม่ใช่ครับ / gesprochen: mái chái kráb)
  • Ja (thai. geschrieben:ใช่ครับ / gesprochen: chái kráb)
Ayutthaya
Eins der Highlights meiner Reise

Essen in Thailand

Das Essen in Thailand schmeckt sehr gut und ist in den meisten Fällen auch gut verdaulich. Gelegentlich kann es allerdings so scharf sein, dass man kurzzeitig das Sprachvermögen verliert. Wer nicht gut mit Schärfe umgehen kann, sollte dies bei der Bestellung unbedingt sagen. Im Süden wird man viel auf Currys treffen, die es hier in vielen Variationen gibt. Auf den Foodmarkets kann man in der Regel die meisten Sachen problemlos essen, hier gilt die normale Vorsicht und man fährt grundsätzlich gut mit der Regel: Peel it, cook it or forget it.

Street Food
Krabbeltiere

Backpacking in Thailand – Good to know

  • man lernt in Thailand als Alleinreisender schnell Leute kennen, sogar in auf den Zugfahrten oder an der Bushaltestelle
  • das öffentliche Verkehrsnetz, die Überlandbusse und die Züge sind extrem günstig für Europäer, für die Fahrt von Ayutthaya nach Bangkok zahlt man in der dritten Klasse 15 Baht (etwa 40 Cent).
  • bei den Busfahrten darf man nicht viel auf die Angaben der Fahrer geben: Wenn es 2 Stunden dauern soll, können es auch gerne mal 5 Stunden sein.
  • in allen Unterkünften werden Transfers zu Zielen in der Umgebung angeboten. Hier kann man nicht viel handeln, die Preise stehen fest und sind in der Regel relativ teuer.
  • in allen Tempeln müssen die Schuhe ausgezogen werden und Schultern und Knie müssen bedeckt sein
Der Buddha im Wat Tham Bucha
Richard im Wat Mahathat

 

Was sind Eure Highlights in Thailand?
Ich kann es kaum erwarten, im Oktober dort zu sein!

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