Sofia – Die Schöne im Osten

Sofia? Das klingt ja nach einem Frauen-Namen! Wo liegt das denn genau? Und wie kommt man dorthin?

Sofia ist die Hauptstadt Bulgariens und mit ihren etwa 1,3 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Sie liegt im Westen, nicht allzu weit von der serbischen Grenze entfernt und lässt sich in ein, zwei Tagen problemlos bereisen. Faszinierend an Sofia ist das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne, von sowjetischem Einfluss und orthodoxen Elementen.

Postkarte Sofia

Ein bulgarischer Volkstanz

Die Anreise nach Sofia

Eine Autofahrt Richtung Osten in mehreren Etappen ist für Abenteuerlustige sicher eine aufregende Reise, allerdings kann man Sofia auch ganz bequem mit dem Flugzeug erreichen, etwa von München aus. Vom Flughafen, der gerade modernisiert wird, fährt eine Metro Richtung Innenstadt. Überall an den Metro-Stationen hängen Ticketkästen, die nur eine Auswahl zulassen.

Ein Ticket kostet 50 Cent (1 Lew) und ist für beliebig viele Stationen mit derselben Linie gültig. In der Innenstadt angelangt ist es schön, sich erst einmal einen kleinen Überblick zu verschaffen. Das Stadtzentrum ist sehr übersichtlich und fällt durch eine Vielzahl kleiner Läden und historischer Gebäude auf. Besonders schön ist vor allem der Blick in eine der zahlreichen bulgarisch-orthodoxen Kirchen, die prunkvoll ausgestattet und stets gut besucht sind.

Die Sveta-Petka-Kirche
Die Alexander-Newski-Kathedrale

Währung und Sprache in Bulgarien

Die Währung, der Bulgarische Lew (BGN) kann grob durch 2 geteilt werden, um den Euro-Preis zu errechnen (1:1,96). Den Namen hat das Geld von dem veralteten bulgarischen Wort für „Löwe“, weil auf früheren Münzen das bulgarische Wappen mit einem Löwen aufgeprägt war. In Bulgarien macht sich der ehemalige sowjetische Einfluss an mancherlei Stellen noch bemerkbar: Vor allem die ältere Bevölkerung spricht außer Bulgarisch auch fließend Russisch und kann mit Fragen auf Englisch nicht immer  etwas anfangen.

Die Straßennamen und Schilder sind auf Kyrillisch, deswegen lohnt es sich vor der Reise, dieses Alphabet genau zu studieren. Neben einigen verwirrenden Unterschieden gibt es auch viele Gemeinsamkeiten mit dem lateinischen Alphabet. Wichtig ist es auch, die Gestik der Bulgaren richtig zu deuten: Ein Kopfschütteln bedeutet „Ja“, ein Nicken mit dem Kopf heißt hingegen „Nein“. Dies kann bei Ausländern zu großer Verwirrung führen.

Bulgarisch lernen

  • Vielen Dank (bulg. geschrieben: Благодаря/ gesprochen: blagodarja)
  • Gern geschehen (bulg. geschrieben: Моля/ gesprochen: molja)
  • Hallo (bulg. geschrieben: Здравей/ gesprochen: dobar den)
  • Tschüss (bulg. geschrieben: Чао/ gesprochen: dowishdane)
  • Nein (bulg. geschrieben: не/ gesprochen: ne)
  • Ja (bulg. geschrieben: да/ gesprochen: da)
Die Banja-Braschi-Moschee
Die Rotunde des Heiligen Georg

Sehenswürdigkeiten in Sofia

  • Die rot weiße Synagoge von Sofia, die man auch von innen besichtigen kann
  • Die Banja-Braschi-Moschee aus dem Jahre 1576
  • Die grün-goldene, russische Kirche Sweta-Nikolai 
  • Die Alexander-Newski-Kathedrale, die zentrale orthodoxe Kirche Sofias
  • Die sofioter Universität von 1888, die älteste Bildungseinrichtung Bulgariens
  • Die zentrale Markthalle, in der es von frischem Essen bis hin zu Andenken alles zu kaufen gibt
Die sofioter Synagoge
Die russische Kirche

Ausflüge von Sofia aus

Ganz besonders lohnt es sich auch, von Sofia aus eine kleine Reise mit dem Fernbus zu unternehmen. Der Fernbusbahnhof liegt im Norden der Stadt etwa 20 Minuten  zu Fuß von der Innenstadt entfernt (4€ mit dem Taxi, 50 Cent mit der Metro). Etwa 50 verschiedene Anbieter stellen für 10-20€ Reisen in alle Nachbarländer Bulgariens und zahlreiche bulgarische Städte zur Verfügung. Auch hier ist die Beschilderung ausschließlich auf Kyrillisch zu finden.

Skopje (Mazedonien) und Niš (Serbien) sind innerhalb von 4-5 Stunden zu erreichen. Von dort aus kann man nach Priština (Kosovo) weiter oder zurück nach Bulgarien reisen. Oder man überquert die Donau in Vidin (Bulgarien) und gelangt nach Rumänien. Die Busse der verschiedenen Anbieter fallen unterschiedlich aus, fahren aber alle sehr pünktlich ab. Für den Grenzübertritt sollte man auf jeden Fall seinen Personalausweis oder Reisepass dabei haben!

Der Ausflug nach Serbien
Der Ausflug nach Mazedonien

Essen in Bulgarien

Wer in Sofia ist, sollte unbedingt die deftige und sehr schmackhafte Küche Bulgariens kosten, die durch ihre vielfältigen und auch sehr preisgünstigen Gerichte begeistern kann. Sehr verbreitet sind Eintopfgerichte mit und ohne Fleischbeilage, aber auch die Fischspezialitäten und Backwaren sind ausgezeichnet.

In Sofia findet man außerdem eine große Auswahl an internationaler Küche. Fast alle Lebensmittel sind sehr preiswert, vor allem auf dem kleinen Obst- und Gemüsemarkt hinter der großen Markthalle findet man so manchen kulinarischen Schatz. Die Bulgaren sind sehr stolz auf ihr Essen und zwar zu Recht!

Titelfoto: Die russische Kirche

Kanntet ihr die faszinierende Hauptstadt Bulgariens schon? Was waren Eure Eindrücke?

13 thoughts on “Sofia – Die Schöne im Osten

  1. Oh, da kommen Erinnerungen und Heimatgefühl auf. Es freut mich, dass du anscheinend einen positiven Eindruck von der Stadt hast. Viele können mit Bulgarien/Sofia nur wenig anfangen – man hört ja tatsächlich eher selten etwas über das unscheinbare Land – aber Sofia hat wirklich schöne Ecken. Ich habe Familie dort und selbst zwei Monaten dort gelebt. Danke für die schönen Eindrücke 🙂
    Liebe Grüße
    Alex

    1. Ich glaube auch, dass es nicht viele an diesen Ort zieht, das ist echt schade! Uns hat Bulgarien super gefallen (wir waren auch in Plovdiv und Vidin- die Einträge folgen auch noch) Und wir kehren auf jeden Fall zurück! 🙂
      Liebe Grüße!

  2. Das sieht tatsächlich sehr schön aus! Ich bin ein wenig überrascht, da ich von Sofia so gut wie gar nichts wusste (wobei ich mich da selbst zur Ordnung rufen muss, da es direkt an meinem Geburtsland grenzt…). Deine Reisebeschreibung klingt auf jeden Fall danach, als ob Sofia eine Reise wert wäre und besonders diese Ausflüge von der bulgarischen Hauptstadt aus, klingen unheimlich verlockend.
    Mal sehen, wie meine Reiseplanung nächstes Jahr aussehen wird 😉
    Viele Grüße
    Maria

    1. Hey Maria,
      Sofia ist auf jeden Fall eine Reise wert! Für uns persönlich waren 2 Tage in der Stadt und eine Woche für Reisen in andere Städte des Landes und Bulgariens Nachbarländer genau das richtige 🙂
      Wäre ja toll, wenn Du es nächstes Jahr dorthin schaffen würdest!
      LG Esther

  3. Hallo! Mich interessiert, wie die bulgarische Sprache auf dich gewirkt hat und wie kommunikativ die Menschen dort so sind. Ich mache gerade einen Bulgarisch-Reisevorbereitungskurs im Sprachenatelier Berlin bei einem Muttersprachler, der macht einem richtig Lust auf die Reise.

    1. Hey Nadja,
      die meisten der Bulgaren, mit denen wir Kontakt hatten, konnten kein Englisch, aber haben gerne mit Händen und Füßen geholfen. Die Menschen würde ich mit „harter Schale – weicher Kern“ beschreiben.
      Ich finde, Bulgarisch klingt wunderschön und ich hätte auch große Lust, es zu lernen 🙂
      Liebe Grüße
      Esther

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