Istanbul – Zwischen Orient und Okzident

Die Situation in der Türkei schreckt momentan viele Reisende ab. Alle, die Istanbul trotzdem interessiert, können hier weiter lesen!

 

Eine Reise nach Istanbul, die vibrierende Metropole am Bosporus, zeichnet sich besonders durch den Spagat zwischen Moderne und Tradition aus, durch orientalische und westliche Einflüsse, durch ein Standbein in Europa und Asien. Wer Istanbul besucht, wird schnell merken, dass diese Stadt viele Gesichter hat und dass sie niemals schläft. Besonders mit einem Ortskundigen bietet sich ein faszinierendes Bild dieser modernen türkischen Stadt.

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Die Blaue Moschee

Eine Reise nach Istanbul: Die Anreise

Mit dem Flugzeug ist Istanbul in wenigen Stunden zu erreichen, denn die Stadt besitzt 2 große Flughäfen: Die meisten Flüge laufen über den älteren Flughafen Istanbul-Atatürk (IST), aber auch der Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen (SAW), der im asiatischen Teil Istanbuls liegt, wird angeflogen. Flüge kann man schon ab 100€ finden. Je nach dem, in welchem Teil Istanbuls man ankommen möchte, muss man von hier noch 30-60 Minuten Fahrt einrechnen.

Istanbul ist seit vielen Jahren auf den Tourismus ausgerichtet und bietet ein scheinbar unüberschaubares Angebot an Hotels, Hostels und Schlafmöglichkeiten an. Besondern empfehlenswert ist ein Hotel im zentralen Viertel Eminönü. Zu beachten ist, dass es auf Grund von Unruhen in der Türkei zu eingeschränkten Reisemöglichkeit kommen kann (siehe Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zur Türkei).

Der Topkapi-Serail-Palast von draußen…
…und drinnen

Währung und Sprache in der Türkei

Die Währung in der Türkei heißt Türkische Lira (TRY): 1o€ sind etwa 35 Lira (1:3,5). Essen und Trinken sind ziemlich günstig, Alkohol, der in Bars und Restaurants problemlos konsumiert werden darf, etwas teurer. Auf den zahlreichen und verwinkelten Bazaren Istanbuls gehört das Handeln kulturell dazu, man sollte niemals den vollen Preis bezahlen (siehe auch: Tipps zum Handeln aus Marrakech).

Gesprochen wird Türkisch, eine Turksprache, die interessanterweise mit Finnisch und Ungarisch verwandt ist. Das Türkische ist eine sehr höfliche und blumige Sprache und wurde an vielen Stellen islamisch geprägt. Seit der Schreibreform von Mustafa Kemal Atatürk in den 1920er Jahren wird das Türkische nicht mehr mit arabischen, sondern mit lateinischen Buchstaben geschrieben: Das macht es Touristen definitiv etwas leichter, sich in den Straßen Istanbuls zurecht zu finden und verschiedene Wörter auszusprechen.

Der Friedhof der Fatih Moschee
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Die Fatih Moschee von Innen

Nützlich für Deine Reise in die Türkei: Die Sonderbuchstaben

Da hat sich mein Türkisch-Studium ja doch gelohnt! Das Türkische besitzt neben uns bekannten Umlauten wie ö und ü auch einige Konsonanten und Vokale, die für uns fremd klingen:

  • ı – ein i ohne Punkt, wird wie ein dunkles e ausgesprochen (Entschuldigung)
  • ç – ein c mit Kringel, wird hart ausgesprochen: tsch (Peitsche)
  • c – wird dagegen weich ausgesprochen: dsch (Dschungel)
  • ğ – wird nicht ausgesprochen und dient dazu, den darauf folgenden Vokal zu dehnen
  • j – wird wie das französische j ausgesprochen (Journal)
  • ş – ein s mit Kringel, wird wie sch ausgesprochen (Schule)
  • s – wird scharf ausgesprochen (z dafür wie ein weiches s)

Türkisch lernen

  • Vielen Dank (türk. teşekkür ederim)
  • Gern geschehen (türk. buyurun)
  • Hallo (türk. merhaba)
  • Tschüss (türk. hoşça kalın)
  • Nein (türk. hayır)
  • Ja (türk. evet)
Der große Bazar
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Türkische Leckereien

Deine Reise nach Istanbul: Der Bosporus

Der Bosporus (griechisch für “Rinder-Furt”) ist die Trennlinie zwischen Asien und Europa und verbindet das das Marmara-Meer mit dem Schwarzen Meer. Die Stadt Istanbul befindet sich auf beiden Seiten des Flusses, ihre Geografie prägt der Bosporus deswegen maßgeblich mit. Er hat eine Länge von ungefähr 30 Kilometern und eine Breite von bis zu  2500 Metern.

Besonders schön ist es, auf einem der vielen Dampfer, die den Bosporus überqueren, mitzufahren und von Europa nach Asien (oder anders herum) überzusetzen. Ein Ticket kostet etwa 10 Lira, an Bord werden für etwas Kleingeld Simit (Sesamkringel) und Minztee serviert. Viele Touristen, aber auch viele Türken, nutzen dieses rasche und angenehme Transportmittel, um den Bosporus zu überqueren.

Die Dampfer am Bosporus
Farbenfrohes Istanbul

Deine Reise nach Istanbul: Sehenswürdigkeiten für 2 Tage Aufenthalt

  • Die berühmte Hagia Sofia, die einst Kirche und Moschee war (Heute ist sie ein Museum und kostet etwa 12€ Eintritt)
  • Die Süleymaniye-Moschee, mit ihren eindrucksvollen roten Teppichen
  • Die Sultan-Ahmet-Moschee, auch als die blaue Moschee bekannt, die 6 Minarette besitzt
  • Das Hippodrom, die ehemalige Pferderennbahn aus dem antiken Konstantinopel
  • Die Cisterna Basilica, eine Zisterne aus dem 6. Jahrhundert
  • Der Galataturm, eines der bedeutendsten Bauwerke Istanbuls
  • Die Galater-Brücke, auf der man unzählige Angler beobachten kann
  • Der Gezi-Park (türkisch für “Spazier-Park”), der neben dem Taksim-Platz liegt
  • Der Große Basar Kapalı Çarşı (türkisch für “Überdachter Markt”)
Wahlwerbung
Die Wahlen stehen an

Sehenswürdigkeiten für weitere 2-3 Tage Aufenthalt

  • Der Dolmabahçe-Palast, der am Ufer des Bosporus liegt und die Residenz des Sultan war
  • Das Archäologische Museum, das mit seinen rund 15.000 Ausstellungsstücken das wichtigste archäologische Museum der Türkei ist
  • Die Bosporus-Brücke, die Europa und Asien miteinander verbindet
  • Die Pilgerstätte Eyüp mit der Eyüp-Sultan-Moschee
  • Der Topkapı-Serail-Palast (osmanisch für “Kanonentor-Palast”), der viele Jahrhunderte der Wohn- und Regierungssitz der Sultane, sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches war
Im Harem
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Die Kuppel über der Stadt

Das Wahrzeichen der Stadt: Die Hagia Sofia in Istanbul

Die Hagia Sofia (griechisch für “Heilige Weisheit”), die auch das 8. Weltwunder genannt wird, wurde ursprünglich als Kirche gebaut, dann zur Moschee umfunktioniert und ist nun ein Museum. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt Istanbul. Der Eintritt ist zwar mit 40 Lira (ungefähr 11,50€) recht teuer, allerdings sollte man sich den Anblick dieses besonderen Bauwerks nicht entgehen lassen.

Im Inneren des Museums lassen sich christliche und islamische Elemente nebeneinander entdecken, die von der bewegten Geschichte dieser ehemaligen byzantinischen Kirche erzählen. 1453, bei der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen, wurde die Hagia Sofia zur Moschee. Auf Grund dieser Vergangenheit ist das Museum ein wichtiges Symbol für die Versöhnung zwischen Islam und Christentum.

Die Hagia Sofia
Das Innere der Hagia Sofia

Deine Reise nach Istanbul: Was man bei einem Moschee-Besuch beachten sollte

Touristen können in der Türkei problemlos Moscheen betreten, allerdings muss man sich an gewisse Verhaltensregeln halten. Frauen müssen ein Kopftuch aufsetzen (bei den allermeisten Moscheen werden Tücher und Umhänge bereitgestellt). Männer und Frauen müssen ihre Schuhe ausziehen und diese entweder in einem Vorraum abstellen oder in einer Plastiktüte mit sich tragen. Auch abgesehen von den Kleidervorschriften sollte man sich in der Moschee respektvoll verhalten.

In Moscheen beten Frauen und Männer getrennt, Touristen können jedoch meistens gemeinsam die Räumlichkeiten betreten. Hier wird man niemals Bilder von Menschen oder Tieren sehen, denn im Islam herrscht ein strenges Bilderverbot. Stattdessen stellen die Teppichböden, die jeweils den Platz für das Gebet eines Gläubigen markieren, meistens Ornamente oder Pflanzen dar oder sind einfarbig. Gebetet wird Richtung Mekka, die heiligste Stätte des Islam.

Die Süleymaniye Moschee
Der Innenraum einer Moschee

Deine Reise nach Istanbul: Essen in der Türkei

Essen ist in der türkischen Kultur sehr wichtig, denn es drückt Gastfreundschaft und Zugehörigkeit aus – sei es nun selbst zubereitet oder aus einem der unzähligen türkischen Restaurants. Gefrühstückt wird in aller Regel süß und deftig, dazu werden starker türkischer Kaffe und Tee getrunken. Vor allem gut gewürzte Oliven, Käse- und Wurstsorten bereichern diese Mahlzeit ungemein.

Die türkische Küche hat vielerlei Überraschungen zu bieten: So gibt es Dutzende Vorspeisen, Suppen, Fleischspezialitäten und Teigwaren, die man günstig erwerben kann. Auch die berühmten Süß- und Nachspeisen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Im Hafen des Stadtteils Pendik gibt es unzählige Restaurants und Lokale, die morgens und vormittags mit ihrem typischen türkischen und sehr üppigen Frühstück reizen.

Traditionelles Frühstück
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Der Hafen von Pendik

 

Traut Ihr Euch momentan, nach Istanbul zu reisen? Schreibt mir doch von Euren Gedanke und Erfahrungen!

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19 thoughts on “Istanbul – Zwischen Orient und Okzident

    1. Hi Thomas,
      ja da hast du Recht- Danke für Deine Ergänzungen! 🙂
      Wie ich sehe, bist Du Türkei-Experte!
      Liebe Grüße
      Esther

  1. Hey Esther,

    hach, so eine tolle Zusammenfassung mit klasse Tipps.
    Ich bin immer noch etwas traurig, dass ich es bei meinem Kurztrip nicht geschafft habe, mir Istanbul anzuschauen. Aber wie du schon sagtest: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und mich hat die Stadt schon durch Hotel- und Autofenster so fasziniert, dass ich unbedingt nochmal wiederkommen muss 🙂

    Schöne Grüße,
    Caro

    1. Danke!! 🙂
      Istanbul lohnt sich wirklich immer! 🙂 Und vor allem kann man jetzt noch hin (Wer weiß, was in 1-2 Jahren los ist…). Ich liebe die Stadt einfach und fahre hoffentlich im Frühling für ein 3. Mal hin!
      Liebste Grüße
      Esther

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