Pilgern auf dem Jakbobsweg – Etappe 18, 19 & 20

Unter dem Motto: Große Etappen.

Etappe 18

Barbadelo – Gonzar (27 Kilometer)

Good to know 

  • erst flach, dann steiler
  • auf dem Weg befinden sich mindestens 2 Brunnen

Unsere Erfahrung

Unsere heutige Erfahrung fordert mich wirklich heraus. Die Strecke von Barbadelo nach Gonzar ist recht hügelig, aber besonders bezaubernd. Der Nebel, der uns auch schon am Tag zuvor aufgefallen ist, ist hier sogar noch intensiver. Bevor die Sonne, wie sonst, hinter uns aufgeht, vergehen mehrere Stunden. Ab und an wandern wir durch winzige Dörfer, die teilweise nur aus einer einzigen Straße bestehen. Treffen Bauern, die ihre Kühe auf die Weide treiben. Lernen eine Lebensweise kennen, die man als Stadtkind in Europa eventuell so gar nicht mehr vermutet.

Langsam kommen wir Santiago wirklich näher, heute haben wir die 100 Kilometer Grenze geknackt. Die Frage, was “nach” Santiago ist, begleitet uns alle auf Schritt und Tritt. Die meisten unserer Mitpilger haben noch keine Flüge nach Hause gebucht. Sie sind auf der Suche nach Antworten, die ihnen der Camino aber noch nicht gegeben hat. So gut wie jeder sucht hier nach Antworten oder Inspiration. Und genau deswegen mag ich den Camino so. Er hält so viele Optionen für einen bereit, die man nur ergreifen muss. Für welche Option werde ich mich entscheiden? Weiter studieren, arbeiten, reisen oder etwas ganz anderes?

Übernachten in Gonzar

  • Empfehlung Hostel: Municipal Gonzar (6€)
Nebel
Portomarín

Etappe 19

Gonzar – Melide (31 Kilometer)

Good to know 

  • sehr flach, viel Wald, touristischer

Unsere Erfahrung

Heute nehmen wir unsere bisher größte Herausforderung in Kauf: Wir laufen zum ersten Mal über 30 Kilometer. Erstaunlicherweise fällt uns diese Etappe sehr leicht. Vielleicht liegt es daran, dass wir von Anfang an wußten, was uns erwartet. Je länger man auf dem Camino läuft, desto stärker fühlt man sich mit ihm verbunden. Genießt die Strecken, die Begegnungen und die sich verändernden Landschaften. Je länger ich hier pilgere, desto mehr möchte ich mich herausfordern. Weiter laufen als bisher. Mich körperlich und geistig steigern.

Als wir in Melide ankommen, sind es nur noch 52 Kilometer bis Santiago. Man merkt, wie der touristische Charakter des Camino zunimmt. Mehr und mehr gibt es Souvenirläden mit Pilgerzubehör und bemalte Muscheln. Jeder, der an diesem Punkt bereits 400 bis 800 Kilometer gepilgert ist, fragt sich, wo die Ruhe des Camino geblieben ist. Immer öfter sieht man Touristen mit kleinen Rucksäcken, die von Hotel zu Hotel wandern und ihr Gepäck vorschicken. Trotzdem muss man jede Art des Pilgerns akzeptieren. Jeder Pilger hat seine eigne Geschichte und seinen eigenen Stil.

Übernachten in La Faba

  • Empfehlung Herberge: San Anton (10€)
Melide
die Altstadt

Etappe 20

Melide – Salceda (25 Kilometer)

Good to know 

  • sehr flach, viel Wald, touristischer

Unsere Erfahrung

Auch die Etappe heute ist wahnsinnig entspannt. Weder geht es steil bergauf, noch wird die Sonne nach der Mittagszeit unerträglich. Auch in Spanien ist der Herbst so langsam herein gebrochen und die intensiven Sonnenstunden verschieben sich auf den Nachmittag. Außerdem ist der Camino in den letzten beiden Tagen von dichten Waldstücken umgeben, sodass man größtenteils im Schatten läuft. Zwar sind wir meistens alleine auf dem Jakobsweg unterwegs, doch merkt man auch hier – auf der vorletztem Etappe des Camino –, dass die Touristenströme zunehmen.

Unsere 21. Etappe wird uns entweder in einen kleinen Vorort von Santiago führen, wo wir die Nacht verbringen, um dann am nächsten Morgen früh in der Stadt und am Pilgerbüro zu sein oder direkt nach Santiago selbst. Das Gute am Pilgern ist, dass man wahnsinnig flexibel bleibt. Gefällt einem ein Ort oder eine Herberge besonders gut, kann man einfach dort bleiben. Ist man fit genug und entscheidet sich stattdessen, weiterzugehen, so ist auch das ohne Probleme möglich; jeder entscheidet selbst auf dem Camino.

Übernachten in La Faba

  • Empfehlung Herberge: Albergue Alborada (leider 12€)
eine Herberge
der Pilgerpass

 

 

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7 thoughts on “Pilgern auf dem Jakbobsweg – Etappe 18, 19 & 20”

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